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80 Jahre Kriegsende: Veranstaltungsreihe im Elbe-Röder-Dreieck

Vom 13. April bis 6. Mai 2025 finden im Elbe-Röder-Dreieck Veranstaltungen zum 80. Jahrestag des Kriegsendes statt.

Glaubitz. 05.03.2025. Vom 13. April bis 6. Mai 2025 finden im Elbe-Röder-Dreieck mehrere Veranstaltungen zum 80. Jahrestag des Kriegsendes statt. Unter der Schirmherrschaft von Landrat Ralf Hänsel haben sich zahlreiche gesellschaftliche Akteure zusammengeschlossen, um an die historischen Ereignisse in der Region zu erinnern.

Die Veranstaltungsreihe umfasst Gedenkfeiern zur Befreiung der Kriegsgefangenenlager in Mühlberg/Elbe und Zeithain sowie zur Erstbegegnung von Soldaten der US-Armee und der Roten Armee. Zudem wird der Opfer der Todesmärsche in Glaubitz und der Massenerschießung in der Kiesgrube Koselitz gedacht. Busrundfahrten führen zu zentralen Schauplätzen der letzten Kriegstage, während Vorträge die spezifischen Ereignisse der Region thematisieren.

„Besonders freut mich, dass sich so viele verschiedene Institutionen einbringen“, betont Stephan Steuer, Projektmanager für Regionalgeschichte beim Elbe-Röder-Dreieck e.V. „Kirchen, Kommunen, Museen, Vereine, Gedenkstätten und Privatpersonen haben sich in mehreren Vernetzungstreffen miteinander abgestimmt und ausgetauscht“. Beispielsweise entwarf die Stadtverwaltung Gröditz das Logo der Veranstaltungsreihe, und in Glaubitz haben sich der Freundeskreis der Glaubitzer Heimatgeschichte e. V., Pfarrerin Frau Gildehaus und der Glaubitzer Posaunenchor zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Gedenkfeier zu gestalten.

"Unser besonderer Dank gilt Landrat Ralf Hänsel für die Übernahme der Schirmherrschaft", fügt Steuer hinzu. Zudem finden Veranstaltungen in Strehla, Riesa und Mühlberg/Neuburxdorf statt, die über die eigentliche LEADER-Region Elbe-Röder-Dreieck hinausgehen.

Alle Termine sowie weitere Informationen finden Sie unter: www.elbe-roeder.de/80jahre.

Die Projektstelle zum Fokusthema „Regionalgeschichte“ wird kofinanziert von der Europäischen Union.

 

Hintergrund:
Die besondere Lage entlang der Elbe machte das Elbe-Röder-Dreieck zu einem Brennpunkt seiner Zeit: Geflüchtete suchten verzweifelt nach einem Weg über den Fluss, während die Rote Armee vorrückte. Ein tragischer Höhepunkt ist die Sprengung der Elbbrücke zwischen Strehla und Lorenzkirch durch Wehrmachtssoldaten am 22. April 1945. Nur einen Tag später wurde das Kriegsgefangenenlager Zeithain befreit, und am 25. April trafen in Strehla, Lorenzkirch und Kreinitz erstmals Soldaten der US-Armee und der Roten Armee aufeinander – ein Ereignis, das bis heute wenig bekannt ist.

Bis zuletzt mussten tausende Zwangsarbeiter:innen unter schwersten Bedingungen arbeiten, insbesondere in der Landwirtschaft und der ansässigen Stahlindustrie. Gleichzeitig durchquerten Todesmärsche das Gebiet, während Kriegsendphaseverbrechen wie Erschießungen und Mordaktionen stattfanden.