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Gabelwehr Zabeltitz

Titel: Gabelwehr Zabeltitz
Standort: Am Gabelwehr Zabeltitz

 

Gabelwehr Zabeltitz

Die Röder, von Walda über die Baudaer Mühle nordwärts fließend, teilt sich am Großen Gabelwehr in:
-       die Große Röder (Zabeltitz – Raden – Frauenhain – Gröditz – Stolzenhain – Mündung in die Geißlitz bei Saathain),
-       die Geißlitz (westlich von Raden – Frauenhain – Pulsen – Gröditz – Stolzenhain – Saathain – Mündung gemeinsam mit der Großen Röder östlich von Würdenhain in die Schwarze Elster),
-       die Kleine Röder (Görzig – Koselitz – Spansberg – Kröbeln – Oschätzchen – Zobersdorf – Zeischa – Mündung vor Bad Liebenwerda in die Schwarze Elster).

Ein Gabelwehr bei Zabeltitz hat bereits zu Beginn des 15. Jahrhunderts bestanden. Es folgten über die Jahrhunderte bis heute Rechtsstreitigkeiten zum Gabelwehr, insbesondere wegen der baulichen Unterhaltung des Wehres und der jeweiligen aufzuteilenden Wassermenge.
Nach dem landesherrlichen Rescriptes vom 7. Februar 1618 wurde das Gabelwehr bei Zabeltitz wieder neu hergestellt. Bedingt durch Streitigkeiten der Besitzer der anliegenden Güter und des Eisenwerkes/Schmiedewerkes Gröditz gegen den Fiskus zur Unterhaltung des Wehres, besonders in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, gibt es umfangreiche Archivalien einschließlich Karten.

Das erste "Fluth oder Cabel=Wehr" südlich von Zabeltitz war nur eine hölzerne Stauwand, die die Röder von der Baudaer Mühle kommend in die Große und Kleine Röder teilte. Der Wasserdurchfluss konnte hierbei nicht bzw. nur im geringen Maße geregelt werden. Das Radener Wehr (Große Röder) und das Görziger Wehr (Kleine Röder) westlich von Zabeltitz teilten überschüssiges Wasser (bei Hochwasser) der hier beginnenden Geißlitz zu.
In den Jahren 1860/61 wurde ein neues Gabelwehr ca. 600 m flussabwärts unterhalb des alten Wehres gebaut, das den Wasserdurchfluss der Großen Röder im Verhältnis zur Kleinen Röder wie 2:1 teilte. Jedoch wurde nur der Abzweig Gabelwehr bis zur Großen Röder errichtet. Der Geißlitz sollte demnach kein Wasser zugeteilt werden und sie sollte nur dem Hochwasserschutz dienen. Da aber der Abzweig Gabelwehr bis Kleine Röder erst im Zuge der Röderregulierung 1933-36 erfolgte, machte sich eine Wasserführung der nun schon am Großen Gabelwehr beginnenden Geißlitz bis zum Abzweig der Kleinen Röder (ca. 1.500 m flussabwärts) südlich der Ortsverbindungsstraße Zabeltitz-Görzig erforderlich.

Das Gabelwehr regelte eine gleichmäßige Wasserführung in die Große und Kleine Röder, die für die anliegenden Mühlen und Wasserkraftwerke sowie zur Speisung der Teiche (u.a. um Zabeltitz, Frauenhain, Koselitz, Tiefenau, ...) von großer Bedeutung war. Weiterhin konnte von da an die Wassermenge der Hochwasser reguliert und über die Geißlitz abgeleitet werden, so dass Hochwasser in den Röderniederungen mit den Dörfern und landwirtschaftlichen Nutzflächen minimiert werden.

Die durch das Eishochwasser 2006 verursachten Schäden am Gabelwehr Zabeltitz machten eine dringende Sanierung des Wehres erforderlich. Ziel war es, die volle Funktionsfähigkeit der Anlage zum Schutz vor Hochwasser wieder herzustellen. Unter Beibehaltung des Stauzieles und der Wasseraufteilung wurde 2009 der Umbau des Schützenwehres zum Schlauchwehr, welches sich im Hochwasserfall absenken kann, abgeschlossen. Gleichzeitig wurde mmit Errichtung der Fischaufstiegsanlagen an der Großen und Kleinen Röder den Forderungen zur Gestaltung der durchgägnigkeit von Fließgewässern Rechnung getragen. Die gesamte Anlage ist mit automatischer Mess- und Regeltechnik ausgestattet.

Quellen: Dietmar Enge, Treugeböhla; LTV Sachsen