Willkommen beim Elbe-Roeder-Dreieck

Floßkanal in Gröditz

Standort
Am Floßkanal, Wainsdorfer Straße gegenüber Haupteingang Stahlwerk
GPS
51.409538, 13.448295
Projektphase
2016 – 2018

Der Floßkanal in Gröditz

Im Jahr 1742 wurde mit dem Bau des Kanals zur Überwindung des Höhenunterschiedes von ca. 3 m zwischen den Flüssen Schwarze Elster und Elbe begonnen.

Bereits 1702 begann man mit den Voruntersuchungen. Der Bau konnte 1748 abgeschlossen werden. Die Kosten für den Bau betrugen etwa 65.500 Taler, bewilligt waren nur etwa 58.000 Taler. Hauptursache waren gestiegene Lohnkosten.

Bei Inbetriebnahme des Kanals war die Gröditzer Schleuse gebaut.

Der Kanal wurde auf einer Länge von etwa 21,1 Km verlegt und ist im Bereich der Gröditzer Schmiedewerke verfüllt.

Nördlich von Gröditz wird der Kanal aus der Großen Röder mit Wasser versorgt.

Grundanliegen des Baus war die Versorgung der Städte Dresden und Meißen mit Holz. Nebeneffekt war die Entwässerung hiesiger Wiesen und Felder (Sumpfklima) in niederschlagsreichen Jahren. 

Mit Errichtung des Eisenwerkes Gröditz wurde der Kanal für den Transport von Material und Gütern genutzt. Bereits 1782 wurde dem Hammerwerk eine Konzession zur Benutzung erteilt. Daher hatte für Unterhaltungsarbeiten, d.h. die Beräumung des Floßkanals, das Eisenwerk auf eigene Kosten zu sorgen.

1861 wurde die Kanalordnung für die Benutzung auf sächsischer Seite öffentlich zur Kenntnis gegeben. Sie enthielt Bestimmungen für die Erhebung der Kanalabgaben, Schleusen- und Niederlagsgebühren, Bedingungen an die Fahrzeuge, Bedingungen für den Schleusungsvorgang sowie Angaben über das Strafmaß bei Nichtachtung der Regelungen. Die Geldstrafen hatten einen Umfang von 1 bis 20 Talern, je nachdem welcher Paragraph der Verordnung missachtet wurde. Im Falle des Unvermögens der Bezahlung trat eine Gefängnisstrafe in Kraft.

1869 wurde der Kanal für den allgemeinen Verkehr geöffnet und eine neue Kanalordnung, welche mit der Königlich Preußischen Regierung vereinbart wurde, zur öffentlichen Kenntnis gebracht.

Die Eröffnung der neugebauten Eisenbahnstrecke Elsterwerda – Riesa im Jahre 1875 reduzierte die Benutzung des Kanals als Transportweg beträchtlich.

1927 wird die Schleuse an der heutigen Großenhainer Straße verfüllt.

 

Bomätscher

Zahlreiche Kähne wurden durch die sogenannten Bomätscher auf dem Kanal gezogen. Die Männer zogen die Schiffe von Land aus an Seilen durch das Wasser.

In den 1920er Jahren wurde das Eis in strengen Wintern auf dem Kanal „geerntet“  und durch Gastwirte und Fleischer als Kühlmittel verwendet.

Durch die erhöhte Produktion im Gröditzer Eisenwerk, wurde ein Teil des Kanalbettes von den 30-er bis zu den 50-er Jahren verrohrt. Dadurch konnte die Zufahrt zum Werk für Straßentransporte stark verbessert werden.

1942 wurde der Schiffsbetrieb auf dem Kanal eingestellt.

Entlang des Kanals gibt es zahlreiche Zeugen der Vergangenheit u.a. Grenzsteine zwischen den Königreichen Sachsen und Preußen, Mastenfundamente der 1945 demontierten 
110 kV-Stromleitung.

1947/48 wird die alte Holzbrücke vom Schwarzen Weg zur Gartenstraße abgerissen und eine Straßenbrücke gebaut.

In den Zeiten der DDR wurden entlang des Kanals Rohrsysteme verlegt, diese dienten der künstlichen Beregnung der landwirtschaftlichen Nutzflächen (Melioration).

Der Floßkanal beeinflusst auch das Leben in den anliegenden Orten. 
Es wurde Badestellen eingerichtet, im Winter war der Kanal eine beliebte Eisbahn. Das Angeln war und ist immer noch eine beliebte Art des Zeitvertreibes. In der Nähe des Kanals wurden kleine Gärten zur Eigenversorgung mit Obst und Gemüse angelegt.
Entlang des Kanals gibt es einen Fahrradweg, der gern genutzt wird.

1977 wird das Schleusenwärterhäuschen abgerissen, es entsteht eine neue Parkmöglichkeit.

Eine zwischen dem Wohngebiet und der Schule „Sigmund Jähn“ am heutigen Freizeitpark neuerbaute Straßenbrücke wird 1968 in Betrieb genommen. Um den Schulweg zu verbessern, wird neben der bestehenden Brücke 1992 eine Fußgänger- und Fahrradbrücke errichtet. 
Am Schwarzen Weg wird 1999 eine neue Fußgängerbrücke seiner Bestimmung übergeben.

 

Quellen:
Stadtarchiv Gröditz
Festschrift 250 Jahre Floßkanal Grödel – Elsterwerda 1748-1998
Archiv Gröditzer Schmiedewerke
Postkartensammlung Stadt Gröditz