1873 Übernahme von 210 ha Forst durch die Reichsmilitärverwaltung zur Anlage eines reichseigenen Übungsplatzes
1874 Erste Schießübungen zur Erprobung neuer Geschütze
1875 Errichtung des ersten Gebäudes – des Beamtenwohnhauses Nr. 1
1878 Errichtung Offiziers-Baracken I und II, Offiziers-Pferdestall II, Hauptwache, Kochküche 9, Mannschaftsbaracke 21 und 22, Beschlagschmiede 2, Krankenstall I, Offiziers Kasino, Steinstall IV, V und VI, zuzüglich diverser Nebengebäude
1879 Errichtung des Kommandanturgebäudes
1879/1900 Errichtung weiterer 56 Gebäude, davon 8 Offiziers-Baracken und 16 Mannschaftsbaracken, 11 Kochküchen, zuzüglich diverser Nebengebäude
1895 Fertigstellung des Wasserwerkes mit Wasserturm (500 m³) zur Versorgung des Barackenlagers; Das Wasserwerk wird nach ca. 90 Jahren Mitte der 1980iger Jahre außer Betrieb genommen. Bildung des selbständigen Gutsbezirkes Truppenübungsplatz Zeithain
1896 1. Kaiserparade in Zeithain am 3. September. Eine große 200 m lange Tribüne mit etwa 7.000 Plätzen wurde errichtet. Beidseitig davon befanden sich je 400 m Stehplätze. Diese boten den zahlreichen Zuschauern aus allen Teilen Sachsens und den benachbarten preußischen Grenzbezirken den Blick auf eine großartige Parade.
1897 Telefonverbindung vom Lager Zeithain zum Bahnhof Röderau
1898 Bau Lagerbahnhof und Lazarett, elektrische Beleuchtung für das Offiziers Kasino und Lazarett sowie Bau des Infanterieschießplatzes Haidehäuser
1900 – 1916 Errichtung weiterer 30 Gebäude, u.a. Mannschaftsbaracken und Offiziers-Baracken, Pferdeställe, Beamtenwohnhaus Nr. II („1900“) und III, Arbeitskommando-Kaserne, Milchtrinkhalle („Kaffee Finke“)
1901 Das Truppenübungsplatzgelände umfasst nun ca. 4.000 ha.
1903 2. Kaiserparade in Zeithain am 2. September
1905/14 Aufstellung verschiedener Einheiten: Ulanenregiment Nr. 21 am 1. Oktober, ab 30. November 1905 in Garnison in Chemnitz, Fußartillerie-Bataillon Nr. 19 am 1. Oktober 1912, Telegraphenbataillon Nr. 7 am 1. Oktober 1913
1905 Das Lager Zeithain besteht aus ca. 140 Gebäuden.
1906 1. Königsparade in Zeithain am 18. Mai
1906/07 Vergrößerungen der Schießbahnen nach Westen und Norden
1908 2. Königsparade in Zeithain am 20. August
1910 3. Königsparade in Zeithain am 19. August
1912 3. Kaiserparade in Zeithain am 29. August
1913/15 Bau einer Kaserne für das Arbeitskommando zur Unterbringung von bis zu 100 Mann
1914 Bau einer Milchtrinkhalle, bekannt als „Kaffee Finke“
1914 2. August – Mobilmachung auf dem Truppenübungsplatz Zeithain, das Lager wird in zwei Reserve-Lazarette A und B aufgeteilt
1914 Anfang September erste Beisetzung auf dem eiligst angelegten Heldenfriedhof; bis 1919 werden ca. 300 Soldaten beerdigt, heute Waldfriedhof
am 13. September trifft der erste Zug mit rund 300 Verwundeten ein
1915 Bau des Reserve-Lazarett C als Seuchenlazarett, bekannt als C-Lager
1916/17 Bau von Munitionsanstalt nebst Geschossfüllerei, Munitionslager I an der Gohliser Straße; Munitionslager II zwischen Wasserwerk und Zeithain sowie Munitionslager III zwischen Wasserwerk und Lichtensee
1918/19 Im Ergebnis der Novemberrevolution 1918 Auflösung der Truppen, der Lazarette und restlose Zerstörung der Munition, des Heeresgerätes sowie Schleifung der Munitionshäuser, Pulvermagazine und Lagerhäuser; der Truppenübungsplatz wird auf Grundlage des Versailler Vertrages entmilitarisiert
1920 Lager Zeithain wird „Heimkehrer Lager“ für Rückwanderer aus Polen, Russland und der Ukraine
1921/1937 Mannschafts- und Offiziersbaracken und andere Gebäude werden zu Wohnungen um- und ausgebaut. Geschäfte und Firmen siedeln sich an. Ende 1920 wird in der Mannschaftsbaracke 13 der Schulbetrieb aufgenommen.
1930 Wiedersehensfeier im Rahmen der „Zweihundertjahrfeier des Lustlagers von August dem Starken“
1934/36 Errichtung des Waldlagers nördlich des Wasserwerkes zu Ausbildungszwecken der SA und später der Wehrmacht; von 1941 bis 45 Reservelazarett für Kriegsgefangene des Stalag 304
1936 Übernahme des ehemaligen Truppenübungsplatzes samt Barackenlager und Waldlager durch die Wehrkreisverwaltung IV zur Nutzung durch die Wehrmacht; Kündigung der Miet- und Pachtverträge, alle im Lager wohnenden wehrmachtsfremden Personen mussten das Lager verlassen
1939 Ende August – Mobilmachung am Vorabend des Überfalls auf Polen und Beginn des 2. Weltkrieges
1941 Errichtung des Kriegsgefangenenlagers Stalag 304 westlich des Bahnhofes Jacobsthal; Über 20.000 Kriegsgefangene sterben bis Kriegsende und werden auf vier Friedhöfen in Massengräbern beerdigt.
1945 April - Die Wehrmacht verlässt den Truppenübungsplatz in Richtung Westen. Das Stalag 304 wird befreit. Das Barackenlager wird Garnison der Roten Armee und der Truppenübungsplatz weiter militärisch genutzt.
1945 Herbst – Umsiedler beziehen vorübergehend die Baracken des Waldlagers, bis Anfang 1946 das Neubauerndorf Neudorf entsteht
1954 Umbau und Betrieb des ehemaligen Waldlagers zu einem Schweinemastbetrieb bis 1990, danach Bauhof der Gemeinde Zeithain
1950/1990 Das C-Lager wird bis 1956 durch die Kasernierte Volkspolizei, ab 1956 durch die Nationale Volksarmee, genutzt.
1990 Die Bundeswehr übernimmt von der NVA die Kaserne (ehemals C-Lager). Ab 2007 Abzug der letzten Bundeswehreinheit, Standort wird ohne Personal erhalten.
1992 Die Einheiten der Roten Armee verlassen das Lager und den Truppenübungsplatz Zeithain über den Lagerbahnhof per Eisenbahntransport.
1998/2005 Rückbau der Gebäude, Einrichtungen und Anlagen des Barackenlagers und des Truppenübungsplatzes Zeithain, außer 10 Gebäuden, durch die Entwicklungs- und Verwertungsgesellschaft Zeithain mbH (EVGZ)
2005 Juni – Festwochenende anlässlich der „Zweihundertfünfundsiebzigjahrfeier des Lustlagers August des Starken“, welches weit über 10.000 Besucher besuchen
2008/09 In der Nähe des Obelisken Errichtung des 1. Solarfeldes: Größe: 25 ha, 56.000 Module, Leistung: 12,00 MWp, ab 05/2009 am Netz
2016/17 Im nordöstlichen Teil des Barackenlagers wird ein 2. Solarfeld auf einer Fläche von 2 x 25 ha installiert. Erweiterungen sind geplant.
2030 Juni – „Dreihundertjahrfeier des Lustlagers August des Starken“
zusammengestellt von: Olaf Kaube, Neudorf
Abbildung / Fotos: Olaf Kaube, Neudorf