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Sagen um Merschwitz

Standort
am Rastplatz Hohe Straße zwischen Merschwitz und Kreuzung Skassa – Goltzscha
GPS
51.273743, 13.419068
Projektphase
2016 – 2018

Die Pestweide von Merschwitz

Die Sage erzählt von einem Schäfer, der an einem Waldrand bei Merschwitz seine Schafe hütete. Dieser sah auf einmal eine Dunstwolke von Goltzscha her über die Felder aufziehen. Vor dem Schäfer stand eine hohle Weide, in die diese Wolke kroch. Dem Schäfer war bewusst, um was es sich handelte – um eine Pestwolke.

Schnell eilte er zur alten Weide hin und stopfte die Öffnung zu. Nun war die Pest eingeschlossen und konnte nicht mehr weiter Unheil bringen. Doch als der Schäfer verstarb und noch etwas Zeit verstrich, wurde diese Weide gefällt. Da quoll aus dem Stamm ein blauer Dunst auf und legte sich über das Land. Von da an wütete die Pest wieder in dieser Region.

Quelle: Geschichte & Geschichten, zur Wiedereröffnung der Hohen Straße im Jahr 1994; Zusammenstellung: Gerhard Putzger

Das wilde Heer bei Merschwitz

Östlich von Merschwitz gelegen befindet sich der Luisenhof. An dieser Stelle befand sich früher viel mehr Holz. Dort wollten Alt wie Jung das wilde Heer gehört haben. Gesehen hat dieses jedoch niemand. 
So geschah es, das junge Frauen und Kinder in diesem Waldstück zum Holz sammeln gingen. Plötzlich erschütterte ein Durcheinander aus Heulen und Schreien, Trommeln und Pfeifen ihr Mark.

Von Angst gepackt rannten alle so schnell es ging aus dem Wald heraus. Bis auf ein altes Mütterlein, sie kam nicht hinter her. Als das Getöse vorbei war, zogen die Anderen hin zum Wald, um sie zu suchen. Sie fanden das Mütterlein. Es lag mit dem Gesicht nach unten, den Tragekorb über den Kopf gestülpt, entseelt am Boden. Alle riefen darauf hin: „Das wilde Heer hat sie umgerissen!“.

Quelle: Geschichte & Geschichten, zur Wiedereröffnung der Hohen Straße im Jahr 1994; Zusammenstellung: Gerhard Putzger

Historisches Foto vom Dorf Merschwitz:

Foto: Walter Möbius, 1936
Aufn.-Nr.: df_hauptkatalog_0054554
Originalnegativ (Glas, 13 x 18 cm, schwarzweiß)
Eigentümer: Deutsche Fotothek

Unter der creative commons Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/


Direktlink: www.deutschefotothek.de/documents/obj/33086403 (Aufn.-Nr.: df_hauptkatalog_0054554)