Promnitz entwickelte sich aus einer ehemaligen slawischen Fischersiedlung und wurde gemeinsam mit einer Fähre 1197 erstmalig urkundlich genannt. Seitdem verbindet diese den Ort mit der gegenüberliegenden Stadt Riesa,einer ursprünglichen Klosteranlage, deren Nonnen eines der beiden Vorwerke auf der Promnitzer Seite gründeten.
Um das Jahr 1000 wurden entlang der Elbe Burgwarde zur Sicherung der Grenzen gebaut. Aus einem dieser Wehrtürme entstand durch An- und Umbauten ein Rittersitz, auf dem das Uradelsgeschlecht Promnitz saß. 1430 verließ diese Familie ihren Stammsitz und siedelte sich in der Niederlausitz an.
1432 wurde Anna von Köckeritz in Abwesenheit ihres Gemahls Caspar mit Promnitz belehnt. Im Jahre 1603 erbaute Rudolph von Köckeritz einen neuen Schlossflügel mit Treppenturm im Stil der Renaissance, worauf die mit ihm verwandte Familie von Taupadel parallel ein äußerlich gleiches Gebäude erstellte. Beide Häuser wurden von einem bereits vorhandenen Mitteltrakt mit Kreuzgewölberäumen und Kellern verbunden.
1706 heiratete der Sächsische Generalmajor der Kavallerie Friedrich Albrecht von Wolffersdorff die Erbin von Promnitz, Magdalena Florentina von Lüttichau. Im Jahre 1728 wurde durch ihn, auf Geheiß seines Kurfürsten August des Starken, der Mittelteil im Stile des Barocks umgebaut, so dass eine dreiflügelige Schlossanlage entstand.
Denn 1730 ließ August der Starke sein berühmtes Zeithainer Lager stattfinden, eine prachtvolle Truppenschau mit wochenlangen Manövern, Paraden und Feldübungen der gesamten Sächsischen Armee. Als Abschluss und Höhepunkt sollte ein gigantisches Feuerwerk auf der Elbe stattfinden, das er mit seinen Gästen aus den Fenstern von Schloss Promnitz beobachten wollte.
So befanden sich im Festsaal und den angrenzenden Räumen außer Fürsten, Grafen, Baronen und ranghohen Offizieren auch drei Könige, nämlich August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. von Preußen und sein Sohn Friedrich II., später Friedrich der Große genannt.
Im Jahre 1735 ehelichte Wilhelmine Eleonora von Wolffersdorff den Oberstleutnant Carl Gottlieb von Thielau. Um das Rittergut wirtschaftlicher führen zu können, baute er 1746 ein langgestrecktes Stallgebäude an den linken Schlossflügel, womit sich die Gesamtansicht sehr veränderte. Nach der großen Eisflut von 1784, die sogar die Kirche in Röderau zerstörte, wurde 1821 durch die Thielaus ein Elbdammschutz mit einer Mauer gebaut.
Als 1832 der letzte Thielau ohne männlichen Erben starb, kauften die Rittergutsanlage drei bürgerliche Interessenten, von denen sie 1860 Julius Maximilian Starke alleine übernahm. Seine Tochter Elise Clementine wurde die Ehefrau von Karl Christian Gustav Graf von Schimmelmann, deren erste beide Söhne auf Promnitz geboren wurden. Doch im Jahre 1873 ging der Besitz wieder in andere Hände.
Als neue Eigentümer lebte seitdem die Dresdner Bankiersfamilie Rudolph hier, die Promnitz zu einem Mustergut mit 159 Hektar Land ausbaute. 1920 entstand das Inspektorhaus für einen der verheirateten Söhne. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Familie 1945 entschädigungslos enteignet und musste ihren Besitz verlassen.
Im gleichen Zuge wurden über 30 vertriebene Familien aus Schlesien in das Schloss und seine Nebengebäude einquartiert. Im unteren kleinen Renaissancesaal versorgte ein dort eingerichteter Konsumladen alle Schlossbewohner und Einwohner der Ortschaft. Trotzdem wurde Promnitz in den folgenden Jahrzehnten nach und nach von den Umsiedlern wieder verlassen.
Nach der Wende kaufte 1997 ein Investor aus Württemberg die gesamte Schlossanlage, mit der er große Pläne hatte. Leider investierte er nichts, sodass die Gebäude verwahrlosten.
Die Hochwasserkatastrophen in den Jahren 2002 und 2013 hatten auch die Rittergutsanlage überschwemmt, aber keine größeren Schäden hinterlassen.
Durch den jahrelangen Leerstand war der Verfall dramatisch fortgeschritten. Direkte Nachfahren des Friedrich Albrecht von Wolffersdorff beobachteten das mit größter Sorge und gründeten im Jahre 2013 mit anderen interessierten Menschen eine Bürgerinitiative zur Rettung von Schloss Promnitz. Gemeinsam begannen erste Aufräumungsarbeiten und notdürftige Sicherungen.
2014 entstand der Kultur- und Schlossverein Promnitz a. d. Elbe e.V. und organisierte Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen und Adventsmärkte.
Mit Unterstützung des Amtes für Denkmalschutz wurden 2016 im eingebrochenen Saal und dem darüber liegenden offenen Erker Reparaturarbeiten begonnen, um dieses bedeutende kulturhistorische Baudenkmal zu sichern und der Öffentlichkeit zu erhalten.
Quelle: M. von Wolffersdorff
Fotos: Familie von Wolffersdorff