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Stadtgeschichte Gröditz

Standort
Am Rathaus Gröditz
GPS
51.414255, 13.446999
Projektphase
2016 – 2018

Stadtgeschichte von Gröditz

1. Jhd. n. Chr.    Der Germanenstamm der Hermunduren besiedelte das fruchtbare Röderland.

7. Jhd. n. Chr.    Der sorbische Stamm der Daleminzer siedelt sich dauerhaft in unserer Gegend an. Die sorbische Namensgebung weist darauf hin.

12. Jhd. n. Chr.  Die Deutschen erobern den slawischen Siedlungsraum zurück. Gröditz entwickelt sich zu einem typischen Straßendorf. Es gehört innerhalb der Markgrafenschaft Meißen zum Rittergut Saathain.

1217            Das Jahr gilt als Festlegung der urkundlichen Ersterwähnung. In Urkunden wird eine Person – Johannes de Grodiz – erwähnt, welche sich nach Gröditz nannte.    

1282            Der Ort Grodiz wird an das Kloster Rizowe (Riesa) verpfändet.

1372            Grodis wird in einer Beschwerdeschrift gegen Kaiser Karl der VI genannt.

1306            Das Dorf mit allem Zubehör geht an die von Köckeritz über (Saathain).    

1383            Erwähnung von Heidenreich Schefer, der bei dem Probst des Klosters Schulden hatte.

1406            Der Ort ist im Besitz von Conrad von Köckritz und gehört zum Amt Hain.

1436            Niczschko Hafirland erhält Groditz mit allen Zubehörungen zur Lehn.

1464            Grödiss (Grödiß) und Reppis sind im Besitz der "Schleinitze" zu Saathain.

1474            In Grodiz wird Bier gebraut.

1485            Grodis geht in die Albertinische Linie der Wettiner über.

1503            Gröditz ist bedeutend als Wegstation an der alten Salzstraße nach Kamenz.

1522            Heinrich von Schleinitz auf Saathain erhält „… das dorff Grodes mit eynem forwerge wiesen fischereyen weldern dinsten gerichten und obersten und Nydersten und eyner Mole ...“

1547            Gröditz gehört zu Saathain und steht unter Schleinitzer Erb- und Obergerichtsbarkeit. 
                    Der Ort ist 20 Hufen groß (bäuerlicher Anteil an Ackerland).    

1553            Erstmals wird ein Schankwirt erwähnt.

1625            Erwähnung eines Richters, Grenzstreitigkeit zwischen Gröditz und Wainsdorf

1662            Gröditz hat eine eigene Schenke.

1705            "Grundlose" Wege zwischen Gröditz und Reppis infolge des vielen Wassers werden erwähnt.

1717            Gröditz wird in seiner heutigen Schreibweise erwähnt. Es gibt einen Kinderlehrer Lorenz. Das Rittergut gehört dem Woldemar Freiherr von Löwendal.

1721            Eine Mühle mit 3 Mahlgängen liegt am Röderufer.

1730            Auch in Gröditz gibt es Einquartierungen im Zusammenhang mit dem Zeithainer Lustlager.

1740-1744   Der Grödel-Elsterwerda Floßkanal wird angelegt.

1769            Johann Chr. Richter wird als Richter erwähnt.

1779            Der Sächsische Kabinettsminister Graf Detlev Carl von Einsiedel kauft die alte Mühle und errichtet als Zweigbetrieb des Eisenwerkes Lauchhammer eine Stabhütte.

1805            Im Ort gibt es 24 Feuerstellen.

1815            Gröditz scheidet infolge der Landesteilung aus dem Saathainer Gerichtsbezirk aus, Ort und Eisenwerk erhalten jeweils eine eigenständige Gerichtsbarkeit.

1832            Der Gerichtsstuhl Gröditz wird aufgelöst und mit Frauenhain vereinigt. Die Bauern können sich von der Gutsherrschaft lösen. Einrichtung einer Werksschule im Eisenwerk, angestellt wurde der Schweizer Lehrer Stucki.

1848-1850   Zwischen dem Eisenwerk und dem Gemeindegelände wird eine Grenzmauer gebaut.

1857            Es wird mit dem Bau der Eisenbahnstrecke Riesa – Elsterwerda begonnen.

1864            Gröditz erhält eine eigenständige Postagentur.

1867            Von einem Herrn Pilster wird das erste Haus in der Pilstergasse aus Schlackesteinen errichtet.

1872            Der Schulverband wird gegründet und die Gemeindeschule gebaut, Kinder aus Gröditz und Reppis werden unterrichtet.

1875            Der Bahnhof Gröditz wird in Betrieb genommen.

1883/1884   Durch die Firma Kübler & Niethammer wird die Sulfitzellstofffabrik errichtet.

1891            Gröditz erhält eine eigene Kirche.

1904            Das Kaiserliche Postamt wird eröffnet.

1909-1911   Zur Bindung von Fachkräften an die beiden Werke – Eisen und Zellstoff – entsteht die "Alte Kolonie".

1911            In Gröditz wird das elektrische Licht eingeführt.

1924            Die Röderbrücke auf der Hauptstraße wird errichtet.

1928            Der Ort Reppis wird nach Gröditz eingemeindet.

1930/1931   Das Rathaus wird errichtet.

1933            Mit Errichtung des Wasserturmes erhält Gröditz eine Wasserleitung,

1936            Der erste Kindergarten wird auf den Röderwiesen eröffnet.

1942            Der letzte Kahn befährt den Grödel-Elsterwerdaer-Floßkanal.

1945            Die Stadt wird kampflos an die Rote Armee übergeben, erster Bürgermeister wird Johannes Voneben.

1952            Die Poliklinik des Stahlwerkes wird eingeweiht (Auflösung 1991). Infolge der Verwaltungsreform wird Gröditz dem Kreis Riesa zugeordnet. Die Sportanlagen "Philipp-Müller-Stadion" werden eingeweiht.

1954            Die Grundschule wird feierlich übergeben.

1956            Die katholische Kirche wird gebaut.

1957            Das Kino eröffnet mit dem Film "Mazurka der Liebe".

1966            Das Feuerwehrgebäude wird errichtet.

1967            Verleihung des Stadtrechtes

1968            Die II. Oberschule an der Wainsdorfer Straße wird übergeben.

1972            Die 1945 als Seuchenkrankenhaus eingerichtete ehemalige Niethammer-Villa am Eichenhain wird geschlossen und als Pflegeheim umfunktioniert.

1974            Die EKO (Erstlings- und Kinderbekleidungswerk Oschatz) nimmt die Produktion auf, Schließung 1991.

1977            Die Sport- und Schwimmhalle am Eichenhain wird feierlich übergeben.

1980            Im neuen Wohngebiet "Musikerviertel" wird in der III. Oberschule der Unterricht aufgenommen.

1983            Das heutige Stadtwappen wird über dem Eingang des Rathauses enthüllt.

1990            Die Bürgermeister von Linkenheim-Hochstetten und Gröditz unterzeichnen einen Partnerschaftsvertrag.

1992            Der gebürtige Gröditzer Siegfried Richter wird  Ehrenbürger der Stadt.

1995            Das neue "Einkaufszentrum Am Markt", der Möbelmarkt auf der Bahnhofstraße und die "Rödermeile" werden eingeweiht.

1996            Anstelle der Poliklinik entsteht das Pflegeheim unter Leitung des ASB.

1997            Das Hotel "Spanischer Hof" feiert Eröffnung.

1999            Der Rückbau des ehemaligen Freibades an der B 169 ist abgeschlossen    

2000            Die Verwaltungsgemeinschaft zwischen Gröditz und Nauwalde tritt in Kraft. Im Februar ist offizieller Filmstart im neuen Kino "Castello".

2004            Der Rückbau der Schule "Sigmund Jähn" wird im Dezember abgeschlossen.

2008            Der neue Freizeitpark an der Wainsdorfer Straße wird feierlich übergeben.

2011            Der erste sächsische Ministerpräsident Prof. Dr. Kurt Biedenkopf wird Ehrenbürger der Stadt.

2012            Im Juli wird der neugestaltete Rathausvorplatz feierlich eingeweiht. Im Oktober beginnt mit dem ersten Spatenstich die Umgestaltung des Dreiseithofes auf der Hauptstraße zu einer Begegnungsstätte. Die Einweihung der neuen Mehrzwecksporthalle an der Oberschule "Siegfried Richter" wird im November vollzogen.

2013            Die Gemeinde Nauwalde mit den Ortsteilen Spansberg, Nieska und Schweinfurth wird in die Stadt Gröditz eingegliedert. Damit leben in Gröditz knapp 7.630 Einwohner. Das alte Bahnhofsgebäude wird abgerissen und das Gelände umgestaltet. Es entsteht ein neuer P + R Parkplatz. Die Schwimmhalle schließt zum 30. Juni.

2014            Im Juli wird die neue Radwegbrücke über die Geißlitz zwischen Gröditz und Nauwalde übergeben.

2015            Die Stadtbibliothek ist in den neuen Räumen des sanierten Fachwerkhauses im Dreiseithof untergebracht.

Quellen: Urkunde Grundsteinlegung des Rathauses; Sächs. Hauptstaatsarchiv; Kirchspiel zu Frauenhain; Deutsches Städtebuch; Stadtarchiv Gröditz, Aufzeichnungen Kloster Mühlberg