Der „Röderauwald Zabeltitz“ erstreckt sich über eine Fläche von etwa 283 ha und umfasst einige Ortschaften unserer Region, zum Beispiel Wildenhain, Zabeltitz bis zu den Ortschaften der Röderaue. Dieses besonders geschützte Gebiet wird von der Großen Röder, der Kleinen Röder und dem Röderwildbett, auch Geißlitz genannt, eingegrenzt.
Die Große Röder entspringt dabei in Röderbrunn in der Nähe von Rammenau, sie durchquert das Elbe-Röder-Dreieck von der Stadt Großenhain kommend in Richtung Gröditz, Spansberg und mündet in Kozilienzien in die Schwarze Elster.
Bei Zabeltitz wird die Große Röder durch mehrere Wehre dreifach geteilt: in die Kleine Röder, das Röderwildbett (Geißlitz) und die Große Röder. Die Kleine Röder fließt über Koselitz nach Kozilienzien, wobei sie die Teichgebiete mit Wasser versorgt. Die Große Röder speist unter anderem die Teiche in Zabeltitz und Frauenhain mit Wasser. In vergangenen Zeiten diente sie vereinzelt auch als Mühlengraben. Die Geißlitz fließt im alten, ausgebauten Röderbett (Röderwildbett). Sie dient vorrangig dem Hochwasserschutz.
Durch die Röder und einige Altarme ist diese Region von vielen Feuchtgebieten geprägt. Die Teichgebiete sind in einen Auenwald gebettet, in dem man sehr gut spazieren gehen oder eine erholsame Radtour unternehmen kann. Die Vegetation wechselt zudem sehr interessant Ihr Erscheinungsbild – von Sumpfgebieten zu Esche- und Schwarzerlenwäldern bis zu Bruchwäldern. In dieser Teichlandschaft existiert eine große Variabilität an Vogel- und anderen Tierarten.
Die Teiche dienen hervorragend als Brutteiche. Auch der Biber ist hier heimisch. Man trifft auf teils von Schilf umsäumte Wasserflächen mit idyllischem Waldbestand. Die Wege verlaufen oft nah am Wasser, zum Teil zwischen den Teichen entlang mit guter Sicht auf die Wasserfläche und dessen Tierreichtum.
Das Koselitz-Tiefenauer Teichgebiet
Das Tiefenauer Teichgebiet mit 65 ha sowie das Koselitzer Teichgebiet mit 60 ha Wasserfläche, werden vor allem für die Fischereiwirtschaft genutzt.
Im ersten gesamtdeutschen topographischen Kartenmaterial von G.D. Reymann, welches im Auftrag von Preußen im Zeitrahmen 1850-1880 entstand, sind auch die Teichgebiete im Elbe-Röder-Dreieck erfasst wurden:
So sind in der Frauenhainer-Flur 7 Teiche aufgeführt, davon ist der Groß und Neu Teich namentlich erwähnt. Diese Teiche werden einmal von der Großen Röder und der Großen Laache, welche heute als Geißlitz bekannt ist, umrahmt.
Im Gebiet von Koselitz sind 5 Teiche erfasst, davon mit Namen der Hosch-, Töffel- und der Dietrichs-Teich.
Das Teichgebiet um Tiefenau erscheint mit zwei großen Teichen, dem Hausen- und dem Groß Teich, welche 5 kleinere Teiche ergänzen.
Beide Teichgebiete werden von dem Landgraben, welcher auch als Kleine Röder bezeichnet wird, gespeist. Diese schlängelt sich weiter nach Spansberg bis nach Kröbeln und versorgt dort noch ein weiteres, das Kröbelner Teichgebiet, bevor sie in die Schwarze Elster mündet.
Quellen:
Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, NATURA 2000
Reymann´s Special-Karte Nr.129 Großenhain (1835) (www.landkartenarchiv.de/reymann200b.php?q=reymann_0129_1835)
Bildquellen:
Naturfotografien: Grit Kretschmann