Willkommen beim Elbe-Roeder-Dreieck

Orte des Kriegsgefangenenlagers Zeithain

Radtour zum Entdeckertag 2026

Am 18. April 2026 boten wir anlässlich des dritten Regionalen Entdeckertages gemeinsam mit der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain eine Radtour an. Mit einer knapp zwanzigköpfigen Gruppe entdeckten wir auf Rädern die "Orte des Kriegsgefangenenlagers Zeithain". Die Route ist Teil von drei neuen Radrouten im Elbe-Röder-Dreieck, die sich thematisch dem Kriegsgefangenenlager Zeithain widmen.

Neben der heute befahrenen Route (Route 1), die entlang wichtiger Orte des Kriegsgefangenenlagers führt, verbinden zwei weitere Routen den Elberadweg mit der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain. So erhalten Radreisende die Möglichkeit, ohne großen Umweg einen wichtigen Teil der Regionalgeschichte kennenzulernen und anschließend wieder bequem auf den Elberadweg zurückzufinden.

Der Startpunkt für die Radtour war der Ehrenhain Zeithain und das Ziel die neue Infotafel zur Radroute in Zschepa. Nach einer kurzen Einführung in die Dauerausstellung ging es bei strahlendem Sonnenschein los in Richtung Gohrischheide. Die Gruppe machte dem Entdeckertag übrigens alle Ehre. Die Mehrheit war noch nicht in der Gedenkstätte, so dass für viele Teilnehmende eine richtige Entdeckungstour bevorstand.

Nora Manukjan, Mitarbeiterin der Gedenkstätte, informierte die Gruppe nicht nur über die einzelnen Orte, sondern erläuterte auch ausführlich den Kontext des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers, die dortigen Umstände und die aktuelle Gedenkstättenarbeit.

Die rund 15 Kilometer lange Radtour führte auch am Bahnhof Jacobsthal vorbei. Dort legten wir eine kurze Pause ein und nutzten die Gelegenheit, um mehr über seine Bedeutung zu erfahren.

Zwischen 1941 und 1945 diente der Bahnhof als zentrale Drehscheibe für die Kriegsgefangenenlager Mühlberg und Zeithain. Über ihn wurden sowohl Kriegsgefangene verschiedenster Nationalitäten als auch Baumaterialien und Versorgungsgüter in die Lager transportiert. Heute zählt das Gebäude zu den wenigen noch sichtbaren baulichen Relikten der Lagergeschichte. Für zahlreiche Angehörige ist es ein bedeutender Erinnerungsort, da der Bahnhof in familiären Erzählungen eine wichtige Rolle spielt.

Die Route führte uns entlang der Gohrischheide durch den Ort Jacobsthal und endete schließlich in Zschepa. Unterwegs legten wir einen Halt am italienischen Soldatenfriedhof ein.

Die landschaftlich vielfältige Strecke verbindet mehrere Erinnerungsorte: die Friedhöfe Zschepa 1 und Zschepa 2, auf denen sowjetische Kriegsgefangene in Massengräbern bestattet wurden, sowie den Gedenkort für die italienischen Gefangenen. Informationstafeln vor Ort geben Einblicke in die individuellen Schicksale der Verstorbenen.

Unsere zweistündige Radtour endete an der neu entstandenen Infotafel zu den „Radrouten Kriegsgefangenenlager Zeithain“. Sie wurde im Rahmen des Projekts „Informationstafeln zu regionalen Besonderheiten im Elbe-Röder-Dreieck“ realisiert und ist als „Ort der Erinnerung“ gekennzeichnet. Damit greift sie sensible historische Themen wie NS-Gewalt, Krieg und Zwangsarbeit auf.

Ein besonderer Dank gilt unserem Gebietswegewart Jürgen Obenaus, der die Initiative zur neuen Radroute ergriffen, den Verlauf geplant sowie Beschilderung und Pflege übernommen hat.

Vielen Dank auch an alle Teilnehmenden sowie an Frau Manukjan von der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain. Es war ein sehr lehrreicher und gelungener Ausflug in unserer Region.