Der Windpark „Streumen“ ist mit 21 Anlagen, neben dem Windpark „Saubusch“ im Landkreis Mittelsachsen, gegenwärtig einer der umfangreichsten Standorte mit Windenergieanlagen (WEA) in Sachsen (Stand: Dez. 2013).
Windvorranggebiet
Im Regionalplan „Oberes Elbtal/Osterzgebirge“ ist diese Fläche als sogenanntes Vorranggebiet zur Windenergienutzung ausgewiesen. Mit diesen Vorranggebieten sollen einerseits der Windstromanteil an den sächsischen Klimaschutzzielen als auch eine räumliche Konzentration von WEA erreicht werden. Zahlreiche Parameter hinsichtlich Abständen zu Wohnstandorten etc. müssen bei der Planung berücksichtigt werden.
Im Zeitraum 1998 bis 2001 wurden hier die ersten Anlagen der Hersteller AnBonus, DeWind, und Vestas errichtet. Diese WEA gehören zum damaligen Leistungsspektrum von 600 bis 850 kW.
Die Nabenhöhen (NH) betragen 58 bis 74 m, zugehörige Rotordurchmesser (RD) bringen es auf 44 bis 52 m.
Repowering
Seit 2011 werden diese Anlagen nach und nach durch neue Technologie-Generationen ersetzt, was in der Fachsprache mit Repowering bezeichnet wird. Diese Anlagen sind speziell auf die Verhältnisse des Binnenlandes mit niedrigeren Windgeschwindigkeiten optimiert. Die Nabenhöhen erreichen bis 149 m, und die Rotordurchmesser wachsen ebenfalls in den Bereich bis über 100 m. Hier sehen Sie eine Enercon E82/138m Nabenhöhe und 2 Anlagen Vestas V90/125m Nabenhöhe. Diese unterliegen auch der Kennzeichnungspflicht für den Flugverkehr (rote Markierung, Nachtbeleuchtung).
Große Nabenhöhen und Rotordurchmesser steigern den Stromertrag und damit die Volllaststunden bei gleichzeitiger Verringerung der Rotordrehzahl (Abb.1), denn die Windgeschwindigkeiten steigen exponentiell mit der Höhe (Abb.2).
So erzeugte 2013 die erste installierte 3MW-Windenergieanlage des Herstellers Enercon (NH135m) rund 7,31 Millionen kWh Strom. Das reicht bilanziell für etwas mehr als 3.000 sächsische Haushalte. Wird damit Braunkohlestrom ersetzt, dann können nur mit einer solchen Windenergieanlage jährlich rund 7.000 Tonnen umweltschädliche Kohlendioxidemissionen vermieden werden.
Klimaschutz
Nach dem Willen der Bundesregierung soll bis zum Jahr 2020 der Nettostromanteil aus erneuerbaren Energieträgern (Windenergie, Solarenergie, Biomasseenergie, Wasserkraft und Geothermie) auf etwa 40 Prozent erhöht werden. Der größte Stromanteil wird auf die Windenergienutzung entfallen, da diese einen hohen technologischen Entwicklungsstand erreicht hat. Windenergie ist damit nicht mehr teurer als Strom aus neuen Gas- oder Steinkohlekraftwerken.
Quelle: Jan Stoye, Dresden